Der Wettbewerb

Die Formula Student ist ein internationaler Konstrukteuerswettbewerb zwischen Studierenden verschiedener Hochschulen. Vorreiter war die Formula SAE (Society of Automotive Engineers) in den USA, welche erstmals einen solchen Wettbewerb 1981 auf dem Michigan International Speedway austrug.

Seit 2006 findet die Formula Student Germany, seit 2010 der Ableger im elektrischen Bereich die Formula Student und seit 2016 die Formula Student Driverless im Bereich des autonomen Fahrens unter Schirmherrschaft des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in Deutschland am Hockenheimring statt. Im europäischen Raum finden weitere Wettbewerbe auf bekannten Rennstrecken wie zum Beispiel im englischen Silverstone statt. Außerhalb Europas unter anderen in Brasilien und Australien.

Daher wurde für die Kommunikation innerhalb des Wettbewerbs die englische Sprache erwählt. Hoch engagierte Studierende von über 300 Hochschulen aus aller Welt reisen zu diesen Events, um mit selbstkonstruierten Rennwagen in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Bei der Formula Student gewinnt nicht einfach das schnellste
Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Finanzplanung sowie Verkaufsargumenten und Rennperformance.

Das Reglement

Das Reglement ist ausschließlich englischsprachig und legt einige Eckpunkte der Konstruktion fest. Es gilt bei allen Wettbewerben, wenn gleich es in je Event kleinere Unterschiede gibt, die es zu beachten gilt.

Aus Sicherheitsgründen sind u.a. Seitenaufprallschutz, Überrollbügel, eine Crashnase sowie ein 5-Punkt-Gurt vorgeschrieben. Bezüglich des Antriebs schreibt es einen Otto-Viertakt-Hubkolbenmotor mit einem maximalen Hubraum von 710ccm vor. Eine Luftmengenbegrenzung mit einem Durchmesser von 20mm ist ebenfalls definiert Fahrwerkstechnisch darf der Mindestabstand, also der Abstand zwischen den Achsen der Vorder- und Hinterräder, 1525mm nicht unterschreiten.

Die Disziplinen

Eine Jury von Experten aus dem Motorsport sowie der Automobil– und Zuliefererindustrie bewertet zur Ermittlung des besten Fahrzeugs im Wettbewerb jedes Konzept unter verschiedenen Gesichtspunkten. Diese Bewertungskriterien teilen sich in statische und dynamische Disziplinen auf.

Statisch

Business Plan Presentation – 75 Punkte
Ziel ist es einen Geschäftsplan zu entwickeln und potentielle Investoren davon zu überzeugen, wie der konstruierte Rennwagen profitabel vermarktet werden kann. In Rahmen dessen ist das Team gefordert alle Aspekte des Projektes. wie Kosten, Marktanalyse, Profitabilität und alternative Geschäftsmodelle zu berücksichtigen.

Engineering Design – 125 Punkte
Bewertet werden die technischen und konstruktorische Aspekte des Fahrzeugs. Vor allem zählt das technische Verständnis des Teams, die Darlegung der gewählten Lösungs-ansätze zur Auslegung von Bauteilen und Auswahl von Werkstoffen.

Cost Analysis – 100 Punkte
Unter der Annahme einer Produktion des Fahrzeugs bei einer Stückzahl von 1000 pro Jahr werden die Kosten aufgelistet. Begutachtet wird, wie sinnvoll Fertigungsverfahren ausgewählt und wie effizient mit Herstellungskosten hantiert wurde, um möglichst wirtschaftlich zu fertigen.

Scrutineering – Pflicht
Vor der Teilnahme an den verschiedenen Disziplinen muss das Fahrzeug bei der technischen Abnahme überprüft werden. Augenmerk liegt dabei, ob es regelkonform konstruiert und aufgebaut wurde, darüberhinaus, ob alle Sicherheitsvorkehrungen funktionieren, um die Sicherheit des Events gewährleisten zu können.

Verschiedene Tests muss der Bolide bestehen: Tilt Table, Noise Test, Brake Test

Engineering Design

12541.7%

Cost Analysis

10033.3%

Business Plan Presentation

7525%

Dynamisch

Skidpad – 75 Punkte
Hier wird ein Parcours in Form einer engen Acht durchfahren. Jeder Kreis wird zweimal nacheinander umrundet. In dieser Disziplin wird veranschaulicht, welche Querbeschleunigungen das Fahrzeug aufnehmen kann. Je besser die Rundenzeit, desto höher die Querbeschleunigung. Werte von bis zu 1,4g sind hier keine Seltenheit.

Acceleration – 75 Punkte
Bei diesem Wettbewerb wird eine Beschleunigungsmessung über eine Strecke von 75 Metern gemessen. Gut abgestimmte Fahr-zeuge erreichen hier Geschwindigkeiten von über 100 km/h in unter vier Sekunden.

Autocross – 100 Punkte
Auf einem ca. einen Kilometer langen Rundkurs fahren die Prototypen über Geraden, durch Kurven und Schikanen. Hier sind eine gute Fahrdynamik sowie gute Beschleunigungs- und Handling-eigenschaften für eine gute Rundenzeit entscheidend. Zusätzlich stellt der Autocross das Qualifying für das Endurance über 22 Kilometer dar.

Endurance – 325 Punkte
Die Hauptdisziplin des Rennwochenendes dar. Über eine Distanz von 22 Kilometern muss sich der Prototyp in Puncto Dauerbelastung und Zuverlässigkeit behaupten. Bei dieser Disziplin werden schonungslos alle Schwächen des Boliden aufgezeigt. Da sich bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Rundkursbefinden, kommt es zusätzlich auch auf das Geschick der Fahrer an, die nach der Hälfte der Distanz wechseln.

Fuel Effiency – 100 Punkte
Da beim Endurance auch der Verbrauch bewertet wird, gilt es schnell aber trotzdem verbrauchsarm zu fahren.

Endurance

32548.1%

Autocross

10014.8%

Fuel Effiency

10014.8%

Skidpad

7511.1%

Acceleration

7511.1%